Hallo zusammen,

neues Jahr, neue Vorsätze: neues Wissen!

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, was genau GOT, die Gebührenordnung für Tierärzte, ist und was dies mit der Abrechnung und der Höhe eurer Rechnung beim Tierarzt zu tun hat. Wieso zahlt man für ähnliche Leistungen und Untersuchungen, bspw. den Welpen-Check oder eine Kastration, bei unterschiedlichen Tierärzten unterschiedliche Preise?!

Hier kommt etwas Licht ins Dunkel – die gesetzliche GOT Grundlage:

Die Grundlage für die GOT Abrechnung bilden die Gesetzte der Gebührenordnung für Tierärzte (Tierärztegebührenordnung – GOT), hier nachzulesen. Demnach darf die Höhe einer tierärztlichen Leistung das ein- bis dreifache des Gebührensatzes betragen. Diese Gebühr bestimmt sich zudem nach den „(…)besonderen Umstände des einzelnen Falles, insbesondere der Schwierigkeit der Leistungen, des Zeitaufwandes, des Wertes des Tieres sowie der örtlichen Verhältnisse (…)“. [Vgl. § 2 Gebührenhöhe]

Übersetzt bedeutet dies, der Tierarzt kann anhand der Gebührensatztabelle, zu der wir gleichkommen, selbst entscheiden, ob er das ein-, zwei- oder dreifache des dort vorgegebenen Preises veranschlagt. Dabei sollte er/sie die individuellen Gegebenheiten wie Zustand des Tieres, seinen/ihren eigenen Aufwand und die schwere der Krankheit als auch die ortsüblichen Preisverhältnisse berücksichtigen.

Jetzt wird es konkret – die Tierärztegebührenordnung:

Seit dem 27.07.2017 gilt die neue, dritte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung. und kann auf den Seiten des bpt e.V. (Bundesverband praktizierender Tierärzte) heruntergeladen und nachgelesen werden. Demnach beträgt allein schon die einfache Zeitgebühr beträgt je 15 Minuten Arbeitszeit beim Tierarzt 16,00€.

In der Tabelle findet ihr auch weitere Basisbeiträge, beispielsweise kostet eine Beratung ohne Untersuchung innerhalb der gewöhnlichen Öffnungszeiten 7,04€. Eine Beratung mit Untersuchung beim Hund 13,47€ und 8,98€ bei einer Katze. Euer Hamster würde in diesem Fall zu den Heimtieren zählen und die Beratung mit Untersuchung 9,62€ kosten – mehr als eine Katze. Wobei man hier natürlich immer schauen muss, dass zwar ein Hamster ein Heimtier ist aber ein ausgewachsener 5-Kilo Hase auch ein Heimtier ist. So ist das Verhältnis zwischen Tier und Preis schon leichter nachzuvollziehen.

Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass die einfach angegebenen Beiträge vom Tierarzt mindestens abgerechnet werden müssen. Ein Preiskampf unterhalb dieser Beiträge wird somit vermieden zum Schutz der praktizierenden Tierärzte und ihrer Leistungen.

Am Ende zählt die Rechnung – Berechnung der Beiträge:

Wie kommt nun der Beitrag zustande, den ich als Tierbesitzer zahlen muss?

Aus der Gebührentabelle und der frei zu wählenden Veranschlagung ermittelt sich der Beitrag, den ihr zahlen müsst. Der Tierarzt kann also bspw. für eine Beratung ohne Untersuchung von 7,04€ (einfach) bis zu 3 x 7,04€ = 21,12€ (dreifach) verlangen. Viele Tierärzte nutzen dabei die Möglichkeit der Beitragsermittlung mit einem Faktor von 1,xx um die jährliche Preissteigerung auf den Kunden umzulegen. Jede Tierarztpraxis hat somit einen gewissen Spielraum die Leistungen abzurechnen. Dabei können einfache Beratungen einfach gewertet werden während schwerere Operationen dreifach abgerechnet werden. Entscheidend ist lediglich, dass sich der abrechnende Tierarzt innerhalb der vorgegebenen Grenzen bewegt.

Jeder berechnet anders – wozu dann das Ganze:

Das Ziel der GOT ist es für den Verbraucher eine gewisse Transparenz und einen Preisschutz zu ermöglichen. Tierbesitzer sollen ihren behandelnden Tierarzt nicht nach Preisen, sondern nach seiner Leistung aussuchen. Die GOT garantiert, dass sich die Preise nicht allzu weit voneinander entfernen und der Wettbewerb zwischen Tierärzten über die Kundenzufriedenheit ausgetragen wird.

Auf der anderen Seite ermöglicht die GOT den Tierärzten eine angemessene Vergütung für ihre Tätigkeit sowie die mit der Ausbildung verbundenen Aufwendungen und Investitionen.

Mit der neuen Beitragslage von 2017 kann nun auch passieren, dass ein bislang einfach abrechnender Tierarzt nun seine Beiträge um 12% anheben muss.

Daher liebe Tierbesitzer, bitte wundert euch nicht und fühlt euch ungerechnet behandelt oder gar „abgezockt“. Die GOT ist für Tierärzte als auch für Tierbesitzer ein sinnvolles Mittel im Preis übereinzukommen. So wie für alle anderen auch stehen Tierärzten gewisse Preisanpassungen zu und wenn ihr mit den Leistungen eures Tierarztes zufrieden seid, dann sollte dies für euch das wichtigste zum Wohl eures Tieres sein. …denn wir doch alle unsere Haustiere!

Und wenn ihr noch den passenden Tierarzt sucht, schaut hier nach!

 

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